23.2. Konfiguration auf dem Intranator

23.2.1. Voraussetzungen

Als erstes müssen Sie dafür sorgen, daß jede Seite über einen eigenen Schlüssel verfügt und die Gegenseite den öffentlichen Schlüssel oder das Zertifikat der Gegenseite hat. Es empfiehlt sich, auf jedem System einen eigenen Schlüssel nur für VPNs anzulegen.

Wenn Sie auf dem Intranator mehrere VPNs einrichten, müssen Sie nicht für jede Verbindung extra einen eigenen Schlüssel anlegen: Sie können einen eigenen Schlüssel für alle VPNs verwenden. Nur von jeder der Gegenstellen benötigen Sie natürlich den öffentlichen Schlüssel.

Weitere Details zur Schlüsselverwaltung finden Sie im 22. Kapitel, „Schlüsselmanagement“.

Eine auf dem Intranator konfigurierte Verbindung gilt für die Verbindung zwischen einem Client und einem Netz hinter dem Intranator. Möchten Sie vom Client auf mehrere Netze hinter dem Intranator zugreifen, können Sie einfach mehrere Verbindungen konfigurieren. Achten Sie darauf, für jede dieser Verbindungen immer die selbe Kombination an Schlüsseln/Zertifikaten zu verwenden.

23.2.2. Grundeinstellungen

Im Menü Dienste > VPN > Verbindungen können Sie VPN-Verbindungen im Intranator konfigurieren.

Auf der ersten Seite stellen Sie die Gegenstelle ein. Die Gegenstelle ist bei einzelnen Rechnern üblicherweise nicht bekannt. Stellen Sie sie daher auf "Dynamische IP (Road Warrior)".

Über das Verschlüsselungsprofil können die verwendeten Verschlüsselungalgorithmen ausgewählt werden; zu Details siehe Abschnitt 21.5, „Algorithmen“. Wichtig ist vor allem, daß die Einstellung für PFS (Perfect Forward Secrecy) auf beiden Seiten identisch ist.

Über die Kapselung wird kontrolliert, wie die Pakete für den VPN-Tunnel eingepackt werden. Bei ESP wird die Verschlüsselung und Authentifizierung in eine Hülle eingepackt. Bei ESP+AH werden Verschlüsselung und Authentifizierung separat vorgenommen. ESP+AH kann nicht durch NAT geleitet werden, daher sollten Sie für einzelne Rechner auf jeden Fall ESP verwenden. Diese Einstellung muß auf beiden Seiten der Verbindung identisch sein.

23.2.3. Authentifizierung

Wählen Sie den eigenen und den Schlüssel der Gegenseite aus.

Einige Clientprogramme bieten die Möglichkeit, zusätzlich zu einer Authentifizierung per Pre-Shared Key (PSK) oder Zertifikaten noch Login und Passwort eines Benutzers zu überprüfen. Dies geschieht mittels des Protokolls Extended Authentication (XAUTH). Soll dies von Clients genutzt werden, aktivieren Sie die Option XAUTH Servermodus.

Der XAUTH Servermodus fordert jetzt vom Client dieser Verbindung die Anmeldung mit den Daten eines Intranator-Benutzers, der Mitglied einer Gruppe mit dem Recht Anmeldung am VPN mit XAUTH ist. Dieses Gruppenrecht können Sie auf der Seite Benutzermanager > Gruppen : Rechte vergeben.

Wir raten aus den in Abschnitt 21.6, „Einschränkungen“ genannten Gründen davon ab, Verbindungen per Pre-Shared Key (PSK) zu authentifizieren. Vor allem bei mehreren mobilen Rechnern ist diese Lösung besonders gefährlich.

23.2.4. Tunnel konfigurieren

Auf der Seite "Tunnel" wird konfiguiert, welches Netz durch diese VPN-Verbindung mit welcher virtuellen Client-IP verbunden wird.

Über den Punkt Lokales Netz wird das zu verbindende Netz auf Seite des Intranators gewählt. Wählen Sie bei der Option Lokale Netze eines der direkt an den Intranator angeschlossenen oder gerouteten Netze aus.

Möchten Sie, daß jeglicher Datenverkehr des Clients über den Intranator läuft und damit auch von der Firewall und dem Proxyserver profitiert, stellen Sie bei Lokales Netz die Option Alles (0.0.0.0/0.0.0.0) ein.

Wählen Sie bei Netz auf Gegenseite den Typ Freies Netz. Wählen Sie eine bislang unbenutzte IP, die auch nicht in einem der Netze des Intranators oder des Clients liegt. Dies ist die virtuelle IP, die Sie auch im Client eintragen müssen. Verwenden Sie immer 255.255.255.255 als Netzmaske.

Die meisten VPN-Clients können sich ihre virtuelle IP und zugehörigen DNS-Server über die Protokollerweiterung Mode Config automatisch zuweisen lassen. Wenn ihr Client dies unterstützt (z.B. Shrew Soft, NCP oder iPhone, siehe Beschreibung der einzelnen Clients), stellen Sie die Option Netz auf Gegenseite auf IP zuweisen und tragen die IP ein, die der Client bekommen soll. Als DNS-Server übermittelt der Intranator automatisch seine eigene IP.

Wurde unter Lokales Netz ein Netz eingestellt, welches Adressen enthält, die nicht in lokalen oder anderen VPN-Netzen liegen, kann der Client über das VPN aufs Internet zugreifen. Dies gilt insbesondere für die Einstellung Alles. Da die virtuelle IP normalerweise aus einem privaten Adressbereich stammt, kann sie über die Option Gegenseiten-IPs bei Internetzugriff umschreiben auf die externe Adresse des Intranators umgeschrieben werden (NAT). Diese NAT wird nur bei Zugriffen ins Internet aktiv, Zugriffe aufs lokale Netz geschehen weiterhin mit der virtuellen IP.

Die weiteren Optionen der Adressumschreibung (NAT) werden im 36. Kapitel, „Lösen von IP-Adresskonflikten in VPNs durch NAT“ erklärt.

23.2.5. Rechte

In diesem Menü werden die Rechte des VPN-Clients definiert. Dies betrifft alle Pakete, die vom VPN-Client kommen. Eine Beschreibung der Rechteoptionen finden Sie unter Abschnitt 7.2, „Zugriffsrechte eines Netzwerkobjekts“.

23.2.6. Aktivierung

In diesem Menü wird konfiguriert, wann die Verbindung aufgebaut und bestehende Sitzungen verlängert werden. Bei VPN-Clients kann der Intranator selbst die Verbindung nicht initiieren. Stellen Sie daher den Start auf Passiv / manuell und verwenden für die restlichen Optionen die vorgegebenen Werte.

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